Ein Hoch auf Twitter

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In dieser Squidoo-Linse möchte ich eine Lanze für Twitter brechen.

Die Redewendung "eine Lanze brechen" stammt aus dem Mittelalter:
Die Ritter trugen hoch zu Pferd Turniere aus, wobei sie mit Schild und Lanze bewaffnet waren. Das Ziel war es, die etwa 3 m lange Lanze beim Vorbeireiten am Schild oder an der Rüstung des Gegners zu zerbrechen, was ein großes Geschick erforderte. Immerhin konnte das Pferd bei dieser Operation nur mit den Füßen gesteuert werden.

Gelang es einem Ritter, mindestens 30 cm von der Spitze seiner Lanze abzubrechen, so galt das als große Meisterleistung.

Heutzutage wird mit dieser Redensart ausgedrückt, dass man sich für jemanden einsetzt.

Schwere Geburt

Ich bin seit März 2009 auf Twitter aktiv.
Doch die ersten Wochen darf ich gar nicht rechnen. Mir erging es so wie vielen anderen auch:

Ich konnte mir nicht vorstellen, was das Ganze soll!

Vielleicht ist dieses Tool auch vergleichbar mit der Mittelmeerinsel, welche seit über einem Jahrzehnt meine Wahlheimat ist: ihre Schönheit erschließt sich erst auf den zweiten Blick!

Der verborgene Wert und Nutzen von Twitter sollte mir also erst nach vielen Wochen klar werden.

Banal?

Den Vorwurf der Banalität mussten sich Twitter-Nutzer bereits des öfteren gefallen lassen.
Doch Twitter hat die Banalität nicht erfunden.

Banales gibt es auf Twitter - und außerhalb von Twitter.
Doch auf Twitter habe ich die Möglichkeit, mich von Langweilern sehr unkompliziert zu verabschieden.

Es ist mir auch schon passiert, dass jemanden meine Tweets nicht gefallen.
Statt mir einfach nicht mehr zu folgen, erhalte ich dann unwirsche E-Mails.

Solche Leute sind Idioten.

Ich blockiere sie und damit ist der Fall erledigt.

Und zum Thema "Banalität" ziehe ich als Vergleich unsere hiesige Tageszeitung vom heutigen Tage heran:

Die Schlagzeilen lauten:
- Suche nach dem Hai von Son Bou erfolglos verlaufen
- Ein Unentschieden ohne große Leistung
- Sonntags-Kreuzfahrtschiffe in Mahon beleben die Lokale nicht
- Inselregierung pusht in London Last-Minute-Reservierungen ...

Alles schön und gut - aber keine dieser Informationen wirkt sich auf mein Leben aus.

Fundgrube

Trotz aller Nichtigkeiten, die zweifellos auf Twitter zu finden sind, verdanke ich diesem Tool bereits in wenigen Monaten nicht nur wertvolle Kontakte, sondern habe auch von vielen Hilfsmitteln und Produktneuheiten erfahren, von denen ich andernfalls wohl nicht - oder nicht so schnell - Kenntnis erlangt hätte.

Es ist fast so als wäre meinem Computer neuer "Odem" eingehaucht worden.
Ich bin auf erfrischende Fotos, interessante Einsichten und lesenswerte Artikel gestoßen bzw. aufmerksam gemacht worden.

Wertmutstropfen

Das einzige Manko, das ich bislang sehe, ist, dass die Tweets so rasend schnell an mir vorüberziehen. Wenn ich nicht zufällig gerade online bin oder die Tweets anderweitig verfolge, geht wahrscheinlich gar mancher wertvolle Tipp an mir vorbei.

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Bennorca

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