Das Deutsche Kaiserreich - Deutsche Monarchie

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Das Deutsche Kaiserreich - 1871-1918

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Das Deutsche Kaiserreich wurde am 18. Januar 1871 nach dem Sieg des Norddeutschen Bundes und der verbündeten süddeutschen Staaten im Deutsch-Französischen Krieg gegründet. Auf kleindeutscher Grundlage war damit erstmals ein deutscher Nationalstaat entstanden. Der offiziell als Deutsches Reich bezeichnete Bundesstaat war eine konstitutionelle Monarchie.

Dem Kaiserreich gehörten 25 Bundesstaaten (Bundesglieder) - darunter die drei republikanisch verfassten Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck - sowie das Reichsland Elsaß-Lothringen an.

In der Zeit des Kaiserreichs war Deutschland wirtschafts- und sozialgeschichtlich geprägt durch die Hochindustrialisierung. Ökonomisch und sozial-strukturell wandelte es sich in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts von einem landwirtschaftlich dominierten zu einem industriell ausgerichteten Staat. Auch der Dienstleistungssektor gewann mit dem Ausbau des Handels und des Bankenwesens eine wachsende Bedeutung. Das Wirtschaftswachstum wurde durch den Gründerkrach von 1873 und der ihm folgenden langjährigen Konjunkturkrise zeitweilig getrübt. Trotz erheblicher politischer Folgen änderte dies nichts an der strukturellen Entwicklung zum Industriestaat.

Kennzeichnend für den gesellschaftlichen Wandel waren ein deutliches Bevölkerungswachstum, Binnenwanderung und Urbanisierung. Die Gesellschaftsstruktur wurde durch die Zunahme der städtischen Arbeiterbevölkerung und - vor allem in den Jahren ab etwa 1890 - auch des neuen Mittelstandes aus Technikern, Angestellten, sowie kleinen und mittleren Beamten wesentlich verändert. Dagegen ging der Einfluss des Handwerks und des Adels - bezogen auf deren Beiträge zum Bruttosozialprodukt - eher zurück. Allerdings behielt der Adel sein hohes Sozialprestige und konnte weiterhin seine dominante Rolle beim Militär, in der Diplomatie und der höheren Zivilverwaltung behaupten.

Die innen- und außenpolitische Entwicklung wurde bis 1890 vom ersten und am längsten amtierenden Kanzler des Reiches, Otto von Bismarck, bestimmt. Dessen Regierungszeit lässt sich in eine relativ liberale Phase, geprägt von innenpolitischen Reformen und vom Kulturkampf, und eine eher konservativ geprägte Zeit nach 1878/79 einteilen. Als Zäsur gilt der Übergang zum Staatsinterventionismus (Schutzzoll, Sozialversicherung) und Repressionsmaßnahmen gegen die seit 1875 auf Basis des Gothaer Programms vereinten Sozialisten (SAP). Außenpolitisch versuchte Bismarck, das Reich durch ein komplexes Bündnissystem abzusichern. In seine Amtszeit fiel auch der - wenn auch erst später intensivierte - Einstieg in den überseeischen Kolonialismus. Daraus folgten zunehmend internationale Interessenkonflikte mit anderen Kolonialmächten, insbesondere der Weltmacht Großbritannien.

Die Phase nach der Ära Bismarck wird in der Historiographie oft als Wilhelminisches Zeitalter bezeichnet, weil der 1888 inthronisierte Kaiser Wilhelm II. nach der Entlassung Bismarcks persönlich in erheblichem Umfang Einfluss auf die Tagespolitik ausübte. Allerdings spielten daneben auch andere, teilweise konkurrierende Akteure eine wichtige Rolle. Sie beeinflussten die Entscheidungen des Kaisers und ließen sie oft widersprüchlich und unberechenbar erscheinen: Zu den entsprechenden Faktoren gehörten die wechselnden Regierungen, die Parteien des Reichstags und Kreise der militärischen Führung.

Durch den Aufstieg von Massenverbänden und -parteien sowie der wachsenden Bedeutung der Presse gewann zudem die öffentliche Meinung an Gewicht. Nicht zuletzt darum versuchte die Regierung mit einer imperialistischen Weltpolitik, einer antisozialdemokratischen Sammlungspolitik und einer populären Flottenrüstung ihren Rückhalt in der Bevölkerung zu erhöhen.

Außenpolitisch führte das Weltmachtstreben, einhergehend mit der Aufrüstung des Reiches und der Auflösung des bismarckschen Bündnissystems in die Isolation. Durch diese Politik hat das Reich dazu beigetragen, die Gefahren eines großen Krieges zu erhöhen. Als dieser Erste Weltkrieg schließlich 1914 ausgelöst wurde, war das Reich in einen Mehrfrontenkrieg verwickelt. Auch in der Innenpolitik gewann das Militär an Einfluss. Mit der zunehmenden Anzahl von Kriegstoten an den Fronten und der sozialen Not in der Heimat begann die Monarchie an Rückhalt zu verlieren. Der Zusammenbruch der Westfront und die Novemberrevolution bewirkten 1918 das Ende des Kaiserreichs.

Mit der während der Novemberrevolution am 9. November 1918 verkündeten Abdankung Wilhelms II. wurde die unter der Herrschaft der preußischen Hohenzollern stehende Monarchie unmittelbar vor dem Ende des Ersten Weltkriegs gestürzt. An ihre Stelle trat die Deutsche Republik - formell mit der Verabschiedung einer neuen Verfassung am 11. August 1919 die semipräsidentielle parlamentarische Demokratie der Weimarer Republik. (Wikipedia)



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